"Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?"

v.l.n.r.: Daniel Häni, Dr. Thomas Loer, Moderator Sebastian Perdelwitz
v.l.n.r.: Daniel Häni, Dr. Thomas Loer, Moderator Sebastian Perdelwitz


Am Ende war der Tenor eindeutig: Aufgefordert abzustimmen, ob man der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens eher aufgeschlossen oder ablehnend gegenüber stehe, votierten fast alle Teilnehmer des ersten AWO-Mitgliederforums am 27. November in Erfurt für die Idee.

Vorausgegangen waren zwei Stunden einer unterhaltsamen und lebhaften Diskussion zum „Für und Wider eines bedingungslosen Grundeinkommens“. Zwar blieb die Anzahl der Teilnehmer deutlich unter den Erwartungen, der Intensität der Debatte schadete das aber in keinem Fall. Im Gegenteil.

Daniel Häni, Gründer der Initiative Grundeinkommen in der Schweiz und Dr. Thomas Loer von der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ erläuterten ihre Vorschläge und Ideen zum bedingungslosen Grundeinkommen, beantworteten Fragen und stellten sich auch skeptischen Einwänden.

Ihre Idee fußt letztlich auf dem Gedanken, dass jeder Bürger das Recht auf eine würdevolle Existenz ohne Sanktionen und zum Teil demütigende Anträge und Behördengänge haben müsse. Die Bürger würden dadurch die Freiheit zurück erlangen, ihr Leben so zu gestalten und ihre Arbeitskraft so einzusetzen, wie sie es wollen. Natürlich würde es Umbrüche und Verschiebungen geben, aber letztlich würden Wirtschaft und Gesellschaft vom bedingungslosen Grundeinkommen gleichermaßen profitieren. In einer repräsentativen Umfrage von Splendid Research unter 1.024 Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren hatte sich im November eine knappe Mehrheit von 58 Prozent für ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen.

Das Mitgliederforum ist ein neues Veranstaltungsformat des AWO Landesverbandes Thüringen. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Verbandes sollen gesellschaftspolitische Fragestellungen diskutiert und verbandliche Positionen erarbeitet werden.