Die Alzheimer-Krankheit


Wie verbreitet ist Alzheimer in Deutschland?
Nach Berechnungen der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft leben derzeit fast eine Million Demenzkranke in Deutschland. Etwa ein Drittel davon hat Alzheimer. Unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung wird sich die Zahl der Demenzkranken jährlich um ca. 20.000 erhöhen. Die Gefahr, an Alzheimer zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.

Woran kann man Alzheimer erkennen?
Die Diagnose der Alzheimer-Krankheit setzt voraus, dass zusätzlich zu Gedächtnisstörungen auch Beeinträchtigungen des Denk- und Urteilsvermögens vorliegen. Das sind einerseits Sprachstörungen, wenn die Betroffenen Schwierigkeiten haben bei der Wortfindung. Andererseits treten Störungen bei räumlichen Leistungen auf (z.B. Krawatte knoten, Auto einparken, Kleidungsstücke richtig anziehen) und die Betroffenen haben Probleme sich zeitlich zu orientieren. Der Arzt achtet bei seiner Diagnose auch auf Veränderungen des allgemeinen Verhaltens. Das können Stimmungsschwankungen sein, Rückzugstendenzen oder mangelnde Rücksichtnahme auf Angehörige. Die Angaben einer gut informierten Bezugsperson ist die wichtigste Informationsquelle des Arztes. Die klinische Diagnose der Alzheimer-Krankheit ist in über 80 Prozent der Fälle zutreffend. Einen zuverlässigen Labortest für die Alzheimer-Krankheit gibt es bislang allerdings noch nicht.

Wie kann Alzheimer behandelt werden?
Bei der Behandlung von Alzheimer-Patienten spielen Medikamente eine wichtige Rolle. Einige werden zur Verbesserung oder Stabilisierung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Alltagsbewältigung eingesetzt, andere zur Milderung oder Beseitigung von problematischen Verhaltensweisen. Zum Behandlungsplan gehören aber auch eine geistige und körperliche Aktivierung der Patienten, der richtige Umgang mit ihrem Verhalten, die bedarfsgerechte Gestaltung der Wohnung und die Beratung der Angehörigen.Heilbar ist Alzheimer derzeit noch nicht.

Wo bekommen Betroffene und deren Angehörige Hilfe?
Ansprechpartner ist in jedem Fall zunächst der Hausarzt. Der kann dann weitere Maßnahmen einleiten, bis hin zu verschiedenen Betreuungsangeboten, Pflege im häuslichen Bereich oder stationärer Pflege. Hierzu müssen Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragt werden. Darüber hinaus können Angehörige Leistungen aus dem Pflegeleistungsergänzungsgesetz erhalten. Das betrifft zum Beispiel die Übernahme von Betreuungskosten für Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege bis zu 460 Euro pro Kalenderjahr. Obwohl in Thüringen derzeit noch die erforderliche Rechtsverordnung fehlt, lohnt es sich, bei der Pflege- bzw. Krankenkasse vorzusprechen. In der Übergangszeit bis zum Erlaß dieser Rechtsverordnung wurden vielfach kulante Regelungen gefunden.

Wer entscheidet für den Erkrankten, wenn der dazu nicht mehr in der Lage ist?
In das im Grundgesetz festgeschriebene Selbstbestimmungsrecht darf nur in Ausnahmefällen eingegriffen werden. Die fortschreitende Demenz führt jedoch zu einer Beeinträchtigung des freien Willens des Betroffenen. Der Kranke ist nicht mehr in der Lage, willensgesteuerte Entscheidungen zu treffen oder seinen Willen deutlich zu machen.
Deswegen bestehen drei Vorsorgemöglichkeiten

  • die Vorsorgevollmacht
  • die Betreuungsverfügung
  • und das Patiententestament.

Die Vorsorgevollmacht wird in „gesunden Tagen” für den Krankheitsfall erstellt. Eine vertraute Person wird als Vertreter des Betroffenen eingesetzt.

Bei der Betreuungsverfügung wird im Falle der Geschäftsunfähigkeit des Demenzkranken vom Vormundschaftsgericht häufig ein Betreuer bestellt. Dieser hat im Rahmen seiner Tätigkeit grundsätzlich die Wünsche des Demenzkranken zu respektieren, soweit sie nicht dessen Wohl widersprechen. Können Demenzkranke ihre Wünsche nicht mehr äußern, ist der Betreuer auf Vermutungen angewiesen.

Mit dem Patiententestament besteht eine weitere Möglichkeit für den Demenzkranken, sein Selbstbestimmungsrecht durchzusetzen. Jede ärztliche Versorgung bedarf der rechtswirksamen Einwilligung des Patienten. Dies setzt voraus, dass der Betroffene in verständlicher Form hinreichend aufgeklärt wurde und in der Lage war, entsprechend zu entscheiden. Im Patiententestament gibt der Patient Anweisungen, welche Maßnahmen der Arzt beim Eintritt eines lebensbedrohlichen Zustandes zu ergreifen oder zu unterlassen hat. Hierbei sollten die entsprechenden Maßnahmen sehr konkret beschrieben werden, damit der Arzt genaue Handlungsanweisungen erhält. Ein wirksames Patiententestament kann nur im Zustand der Einwilligungsfähigkeit aufgesetzt werden.


Ausführliche Informationen können Sie auf der Internetseite der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft finden.

 



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