„Deutschland muss mehr tun“

Christiane Götze (l.) und Annett Roswora (r.) vom Projekt „to arrange“ diskutierten unter anderem mit Bundestagsvize Katrin-Göring Eckardt, dem AWO Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann und der Thüringer Ausländerbeauftragten Petra Heß über die Potenziale und Probleme von Flüchtlingen in Thüringen.

Projekt macht auf schwierige Situation weiblicher Flüchtlinge aufmerksam

Flüchtlinge haben es in Thüringen schwer, beruflich Fuß zu fassen. Noch schwerer wird es, wenn die Flüchtlinge Frauen sind. „Trotz oft hoher Qualifikationen finden die Frauen kaum einen Job, der über einen 400 Euro Job hinaus geht“, erklärt Christiane Götze, vom Projekt „to arrange – pro job“, das seit drei Jahren Flüchtlinge in Bezug auf ihre berufliche Entwicklung berät und fördert. „Ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt ist jedoch eine entscheidende Voraussetzung, damit Integration gelingen kann.“

Am 14. September haben betroffene Flüchtlinge und Experten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft im Haus Dacheröden darüber diskutiert, wie die Potenziale von Flüchtlingsfrauen besser genutzt werden können. Die Vizepräsidentin des deutschen Bundestages Katrin Göring-Eckardt wies in diesem Zusammenhang auf die deutsche Verantwortung und die Bedeutung einer gelungenen Integration für die deutsche Wirtschaft hin: „Deutschland muss mehr tun“, so die Grünen-Politikerin während ihrer Rede. „Wir haben heute schon einen Mangel an Fachkräften in vielen Bereichen. Gleichzeitig verschenken wir die Potenziale, die in vielen Zuwanderen stecken.“ Auch die Thüringer Ausländerbeauftragte Petra Hess forderte einen leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten.

Das Projekt „to arrange – pro Job“ unterstützt Flüchtlinge dabei, ihren beruflichen Weg zu finden. Um die Jobsuche zu erleichtern, wird eng mit den Arbeitsagenturen, ARGEN und Akteuren der Migrationsarbeit zusammengearbeitet. Das Projekt arbeitet thüringenweit und dient als Anlaufstelle bei Beratungsfragen rund um das Thema Flüchtlinge und Arbeitsmarkt. In diesem Jahr fand in Erfurt zusätzlich eine Qualifizierung für Flüchtlingsfrauen in Kooperation von IBS, Flüchtlingsrat Thüringen und ERFURT Bildungszentrum statt. Auch jugendliche Migranten sollen stärker unterstützt werden, damit ihnen der Übergang von der Schule in eine Ausbildung besser gelingt.

Träger von „to arrange – pro job“ ist das Institut für Berufsbildung und Sozialmanagement, eine Tochtergesellschaft der AWO Thüringen. Das Projekt ist auf insgesamt drei Jahre ausgelegt und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Thüringer Innenministeriums finanziert. 

 
 

FSJ bei der AWO