Mehr Männer in Kitas
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Europäische Sozialfonds stellen in den nächsten drei Jahren rund 13 Millionen Euro bereit, um mehr Männer für den Erzieherberuf in Deutschland zu gewinnen. In Thüringen ist das Bildungswerk der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Projektträger. Gestern wurden die Förderbescheide in Berlin durch Bundesministerin Kristina Schröder überreicht.
Bisher sind männliche Erzieher auch in den Thüringer Kindergärten die große Ausnahme. Bundesweit liegt der Männeranteil in den Einrichtungen bei 2,4 Prozent. Dabei brauchen gerade Kinder in diesem Alter unterschiedliche Rollenvorbilder, an denen sie sich orientieren können. Vor allem bei Jungen wirken sich fehlende männliche Bezugspersonen nach Auffassung von Fachleuten nachteilig aus. Männer in Kitas sollen den Kindern ein erweitertes Spektrum an Vorbildern bieten.
Vom kommenden Jahr an wird die AWO Thüringen nun unterschiedliche Konzepte erproben, um den Anteil männlicher Erzieher in den Kindertagesstätten zu steigern. Dazu arbeitet die AWO eng mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) zusammen. Gemeinsam mit Schulen und Berufsschulen soll die Erzieher-Ausbildung für Männer attraktiver werden. Schüler-Praktika, Schnuppertage, die Einbindung von beruflichen Quereinsteigern oder eine aktive Väterarbeit sollen dazu beitragen, mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen. Auch die angespannte Fachkräftesituation in den Thüringer Kindertagesstätten könnte so etwas verbessert werden. Langfristiges Ziel des Bundesprojektes ist ein Anteil von 20 Prozent männlichen Fachkräften in der frühkindlichen Erziehung und Bildung.
Für eine Teilnahme an dem Programm hatten sich fast 80 Träger aus 13 Bundesländern beworben, von denen insgesamt 16 Projektpartner ausgewählt wurden.
www.bmfsfj.de
www.koordination-maennerinkitas.de





