Bundesfreiwilligendienst: AWO kritisiert geplante Kopplung an das FSJ

Die AWO Thüringen kritisiert die geplante Kopplung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) an das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), die überraschend durch das Bundesfamilienministerium angekündigt wurde.

Demnach sollen FSJ-Plätze nur dann genehmigt werden, wenn gleichzeitig auch BFD Plätze besetzt werden.

„Das FSJ ist inzwischen seit vielen Jahren etabliert, eingespielt und bei den Jugendlichen auch bekannt“, sagt AWO Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann. „Diesen erfolgreichen Freiwilligendienst jetzt mit einem Zwang zur gleichzeitigen Schaffung von BFD-Stellen knebeln zu wollen, ist absurd und dient lediglich dazu, den vermurksten Start des Bundesfreiwilligendienstes zu kaschieren.“

In vielen sozialen Einrichtungen gab es in den letzten Jahren bereits mehr FSJler als Zivis. Auch im Moment gibt es bei der AWO deutlich mehr Bewerber für ein FSJ als für den BFD: So sind von 141 möglichen Einsatzstellen für ein FSJ aktuell 72 besetzt. Von den 73 möglichen BFD-Stellen dagegen nur 16. „Es ist eben in der Praxis nicht so einfach, einen komplett neuen und auf Freiwilligkeit beruhenden sozialen Dienst einzurichten“, sagt Grießmann. „Zumal bis kurz vor dem offiziellen Start immer noch Unklarheit über viele rechtliche Rahmenbedingungen herrschte.“

Die Sozialverbände werben inzwischen offensiv um Teilnehmer sowohl im FSJ als auch im BFD. Durchaus auch mit finanziellem Einsatz. So hat die AWO zum Beispiel eine bundesweite Kampagne gestartet, die sogar Fernsehspots beinhaltet. „Ein bisschen Geduld seitens der Bundesregierung wird aber wohl trotzdem noch nötig sein“, sagt Grießmann. Eine Verschärfung der Rahmenbedingungen für die Träger, trage jedenfalls nicht zum Aufbau einer sinnvollen Struktur von Freiwilligendiensten bei.

 
 

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