AWO Bundesverband fordert Solidarität mit tunesischen Flüchtlingen

"Es bleibt weiterhin völlig unverständlich, warum die Bundesregierung sich so vehement dagegen wehrt, tunesische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen", so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

"Eine solidarische Haltung der europäischen Länder in Krisensituationen ist eigentlich Teil des verabredeten, gemeinsamen europäischen Asylsystems", betont Stadler.

Es dränge sich der Verdacht auf, dass in Wahlkampfzeiten jegliche Form solidarischer Politik in Europa bewusst vernachlässigt wird, um das konservative Wählermilieu nicht zu verschrecken. "Dabei sollte gerade Deutschland vor dem Hintergrund der Jahre 1989 und 1990 zur Unterstützung der Demokratisierungsprozesse in Tunesien und Ägypten kurzfristig Möglichkeiten der regulären Migration für Besuche und für benötigte Arbeitskräfte schaffen", fordert der AWO Bundesvorsitzende. "Ebenso sollten Asylanträge von Tunesiern in Deutschland schnell und wohlwollend beschieden werden, um den Menschen die notwendige Sicherheit zu geben, den tunesischen Demokratisierungsprozess anschließend aktiv zu befördern", so Wolfgang Stadler.

Die demokratische Entwicklung in Nordafrika erinnere viele Menschen an den Fall des „Eisernen Vorhangs“ 1989. Seinerzeit hätten Menschen aus Osteuropa die neu gewonnene Freiheit genutzt, um den schwierigen Verhältnissen in ihren Ländern zu entgehen. Viele seine aber nach kurzer Zeit wieder in ihre Heimatländer zurück gekehrt. Umso unverständlicher sei die ablehnende Haltung der Bundesregierung.

 
 

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